Wir haben jetzt Juni 2026 und seit 2022 habe ich einen Neuanfang gemacht, der sich bereits 2021 angekündig hatte. Mit meinem 60. Geburtstag kam ich ins Grübeln, ob ich dieses bisherige Leben weiterführen möchte oder ob nicht doch noch Neues auf mich wartet. Ich war inzwischen 11 Jahre verheiratet und wollte meine Frau nicht länger vernachlässigen. Dazu kam, dass ich schon längere Zeit keine Freude mehr an meiner Arbeit beim Landesverband Psychiatrieerfahrener Baden-Württemberg (LVPEBW) e.V. hatte. Nach fast 2 Jahren der Entscheidungsfindung, entschloss ich mich, dort nicht mehr weiter für den Vorstandsvorsitz zu kandidieren. So kam es, dass ich ab 2023 auf einmal viel mehr Zeit für andere Dinge hatte.
Der endgültige Anstoß für den Neuanfang war jedoch, dass ich 2022 im Kloster Lichtental bei Baden-Baden mich ganz bewusst für das Christsein und für die Nachfolge Jesu entschied. Eigentlich wollte ich im Kloster nur einen Tapetenwechsel haben mit kostengünstiger Vollpension. Aber ich fand im Kosterladen zwei Bücher, die mein Leben verändern sollten. Mir ist inzwischen klar, dass mir diese Chance mit 61 Jahren noch einen neuen Lebenssinn zu finden ein Geschenk Gottes war. Wichtig war nun, das Geschenk anzunehmen.
Wie oben schon erwähnt war einer der wichtigsten Schritte, meine Mitarbeit beim LVPEBW 2023 zu beenden, damit ich Raum fand für Jesus und meine Frau. Ich hatte bisher mein ganzes Leben mehr oder weniger an Gott geglaubt. Es gab Phasen, da war er mir nah und es gab Phasen, da wurde er zu einer Nebensache für mich. Aber da war er immer. Nun aber übergab ich meine ganze Person und mein ganzes Leben an Jesus. Bisher hatte ich immer eine ambivalente Beziehung zu Jesus gehabt, aber nun sollte er mein Begleiter und Herr werden - wenn möglich für mein restliches Leben.
Natürlich lief mein Leben auch jenseits von Jesus weiter, aber mein Herz war seither immer bei ihm. Ich lese bis heute sehr viel christliche Bücher, höre immer wieder christliche Musik und Predigten und gehe leider bisher nur sporadisch in den Gottesdienst. Anfangs verwandte ich auch viel Energie eine passende Gemeinde für mich zu finden, was ich nach einiger Zeit wieder aufgab. Ich empfinde mich derzeit als Mitglied der Kirchengemeinde Teningen, obwohl ich ins Gemeindeleben nicht eingebunden bin. Dazu fehlt mir der Mut und der Antrieb mich wirklich darum zu bemühen.
Ich gründete auch eine Christengruppe online, die mir aber keine Erfüllung gab. Ich empfand diese Gruppe als Mischung aus Stammtisch, Selbsthilfegruppe und Christengruppe. Oft fühlte ich mich dort fehl am Platz. So nahm ich mir im Mai 2026 eine Auszeit, um Bedenkzeit zu bekommen. Ich fühlte mich in der Christengruppe einfach nicht mehr wohl, ohne dass ich genau wußte weshalb.
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