Um mein bisheriges Arbeiten abzuschließen, berichte ich hier von den Higlights meines Selbsthilfe-Engagements.
1999 begann es in einem Psychoseseminar, bei dem ich aufgrund meiner intensiven Beteiligung gefragt wurde, ob ich zur Initiative Psychiatrieerfahrener Stuttgart kommen möchte und ob ich bei der Beschwerdestelle Psychiatrie Stuttgart mitarbeiten wolle. Beides sagte ich zu und so nahm alles seinen Lauf...
Schon ein Jahr später am 5.10.2000 gründeten wir den Selbsthilfeverein Offene Herberge (OH) e.V. Die Idee war psychosoziale Hilfen von Psychiatrieerfahrenen für Psychiatrieerfahrene anzubieten. Wir wollten zeigen, dass Menschen mit Psychiatrieerfahrung auch stark sein können und trotz Handicaps professionelle Unterstützung realisieren können. Psychische Handicaps sind nicht nur ein Defizit! Ich könnte jetzt seitenweise über die OH schreiben. Der einfachheithalber verweise ich auf die Website der OH, dann können Sie sich selbst ein Bild davon machen, was inzwischen aus der OH geworden ist. 2011 zog ich nach Teningen und beendete somit meine dortige Mitarbeit.
2005 wurde ich in den Vorstand des Landesverbandes Psychiatrieerfahrener Baden-Württemberg (LVPEBW) e.V. gewählt. Von 2010 bis 2015 war ich dort mit Minijob als Geschäftsführer angestellt. 2018 wurde ich als Vorsitzender gewählt und 2023 stellte ich mich dann nicht mehr zur Wahl. Weitere Informationen zum LVPEBW finden Sie hier.
In diesem Rahmen initiierte ich 2007 den EX-IN-Kurs in Stuttgart und 2016 in Freiburg. EX-IN ist eine Qualifizierungsmaßnahme, die Menschen mit Psychiatrieerfahrung dazu befähigt, als zertifizierte Genesungsbegleiter:innen in der Psychiatrie bezahlt zu arbeiten. Die Kurse starteten 2010 in Stuttgart und 2018 in Freiburg.
Nach meinem Umzug nach Teningen engagierte ich mich ab 2012 bei Selbsthilfe mit Köpfchen e.V. in Freiburg. Dabei handelt es sich um einen Selbsthilfe-Regionalverband, bei dem 9 Selbsthilfegruppen Mitglied sind. Darüber hinaus wird ein Fußballteam, ein Frühstück für Frauen in Lebenskrisen und eine Wandergruppe angeboten. Ich vertrat zusammen mit Kolleg:innen die Interessen der Menschen mit Psychiatrieerfahrung im Gemeindepsychiatrischen Verbund Freiburg und kurz auch im Gemeindepsychiatrischen Verbund Emmendingen. 2025 wechselte ich vom Vorstand in den Beirat.
Meine wohl letzte bemerkenswerte, arbeitsbezogene Station war das Recoverycollege Südbaden (RCS), dass ich 2021 intiierte und für das ich beim Caritasverband Freiburg-Stadt e.V. mit Minijob angestellt bin. Das RCS ist eine Bildungseinrichtung bei der schwerpunktmäßig Erfahrungswissen von psychiatrieerfahrenen Menschen vermittelt wird. Die übergreifende Klammer ist das Recoverykonzept. Wenn es dich interessiert, was das RCS genau ist und was dort passiert, dann erfährst du das hier.
Das waren die Higlights meiner Selbsthilfearbeit. Zwischendurch enagierte ich mich immer wieder auch bei anderen Vereinen, Initiativen und Projekten - teilweise auch mit Vorstandsämtern. Dies alles zu beschreiben würde den Rahmen hier sprengen.
Danke, dass du bis hier gelesen haben. Vielleicht empfindest du es als Angeberei, dass ich meiner Arbeit so viel Raum gegeben haben. Aber bis jetzt war diese Arbeit meine Berufung, der all mein Herzblut gehörte und die mich als Mensch außerordentlich geprägt hat. Deswegen habe ich mir erlaubt, ihr diesen ausführlichen Beitrag zu widmen.
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