Sinn und Ziel

Veröffentlicht am 8. Juni 2026 um 15:48

Lebenssinn und Lebensziele fand ich erst mit 38 Jahren. Vorher war mein größter Wunsch ein liebender Mensch zu werden und zu bleiben. Bis ich begann bezahlt zu arbeiten, absolvierte ich ohne ernsthafte Orientierung die üblichen Stufen: Kindergarten, Grundschule, Gymnasium, Frauen, Abitur, Studium, Arbeit. Ich hatte schon auch Freude an meiner Arbeit als Sofwareentwickler, aber einen tieferen Sinn konnte ich nicht darin entdecken. Mein Ziel war es gute Software zu schreiben. Den Wunsch Vater zu werden hatte ich nicht, da ich davon überzeugt war, dass ich die Vaterrolle aufgrund meiner psychischen Instabilität und Unselbstständigkeit nicht ausreichend erfüllen kann.

Dazu kam, dass ich nie mit der passenden Frau zusammen war, um eine Familie zu gründen. Dann aber kam die Wende, als ich mit der Selbsthilfearbeit begann. Plötzlich hatte ich die Möglichkeit andere Psychiatrieerfahrene zu unterstützen und in deren Sinn psychiatriepolitische Ziele durchzusetzen. Dazu kam, dass ich dabei recht erfolgreich war und somit viel Anerkennung bekam, die neben dem fachlichen Anreiz zugegebener Maßen mich auch motivierte und dazu beitrug, dass ich für fast 25 Jahre dabei blieb. In dieser Zeit war ich innerhalb der Selbsthilfe vielfälltig engagiert, aber die übergreifende Klammer war es Menschen mit Psychiatrieerfahrung zu unterstützen.

Ich hatte endlich meine Berufung gefunden, wo ich mich mit viel Herzblut engagieren konnte. Von 1999 bis 2023 blieb das so. Inzwischen bin ich dabei meine diesbezügliche Arbeit nach und nach zu reduzieren.

Meine Arbeit für das Recoverycollege Südbaden (RCS) ist der letzte Bereich, in dem ich noch intensiv tätig bin, nicht zuletzt, weil ich dort bezahlt arbeiten darf. Auch für mein letztes ehrenamtliches Engagement beim Freiburger Verein Selbsthilfe mit Köpfchen (SmK) e.V. merke ich, dass das Interesse mehr und mehr schwindet. Im Mai 2025 habe ich dort mein Vorstandsamt niedergelegt und bin in den Beirat gewechselt. Aber gerade die letzten Tage spiele ich sogar mit dem Gedanken auch den Beirat zu verlassen.

Momentan fallen mir drei Lebensziele ein, die sich mir immer mehr offenbaren und die mr zur Zeit Sinn geben:

  1. Ich möchte im Glauben wachsen, Jesus jeden Tag so nahe wie möglich sein und in seinem Sinne mein Leben führen und gestalten. 
  2. Ich möchte mehr Zeit mit meiner Frau Karin verbringen und sie so gut ich kann unterstützen.
  3. Ich möchte weiterhin beim RCS Angebote organisieren und es weiter entwickeln, so gut, wie es mit unseren begrenzten Kapazitäten möglich ist.

Es ist ein langer Weg, den ich mir da vorgenommen habe. Ich weiß, dass ich auf diesem Weg nur durch Gottes Gnade voran komme.

Bei all diesen Zielen möchte ich auch darauf achten, dass genug Zeit für mich übrig bleibt, dass ich nicht mehr ein Getriebener meiner Ziele bin, sondern den inneren Frieden gewinnen kann, den Jesus verpricht.

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